Um die Jahrtausendwende war ich Co-Founder einer der ersten Digitalagenturen in Wien – entsandt aus Hamburg, als Leihgabe der ersten börsennotierten deutschen Internetagentur. Das Internet war der heiße Scheiß. Jeder sprach darüber – auch wenn offenkundig nicht jeder wusste, wovon er (oder sie) redete.
Die Blase begann bereits zu platzen. Das Tal der Desillusionierung war sichtbar. Wer nicht verstand, was jenseits von Börsenbewertungen passierte, fühlte sich in seiner Skepsis bestätigt. Und wie so oft redeten gerade die am lautesten, die am wenigsten verstanden.
Heute fühlt sich das alles seltsam vertraut an. Der neue Hype heißt: KI.
Die gleichen Muster: Euphorie, Angst, Hysterie. Und wieder eine Flut neu gebackener „Experten“. Die Kakophonie aus Buzzwords, Tools, Formaten ist überwältigend.
Das Internet war natürlich auch ein Kommunikationsthema – vor allem aber war ein Paradigmenwechsel für Geschäftsmodelle, Prozesse, Unternehmensstrukturen. Die Fehler von damals sollten für KI eine Lehre sein.
Warum ich ChatGPT, Midjourney und Notion AI verwende
Weil sie so trendy sind wie Labubus?
Oder weil sie sich zu echten Business-Werkzeugen entwickelt haben?
Für mich ist es Letzteres.
Wer KI im Unternehmen ernsthaft nutzen will, muss sich einer unbequemen, aber entscheidenden Frage stellen:
Wie digital ist mein Unternehmen wirklich?
Oder in Buzzword-Deutsch: Wie steht es um unsere Digital Readiness?
Der große Elchtest: Erinnern Sie sich an Covid?
Covid war der erste echte Härtetest für die digitale Substanz von Unternehmen – und dieser Test war gnadenlos.
Manche Betriebe arbeiteten problemlos remote. Andere scheiterten an Druckern und Faxgeräten.
Staatliche Hilfen kaschierten die Schwächen – beheben konnten sie sie nicht.
Ein zentraler Grund für viele heutige Schieflagen liegt genau hier:
fehlende digitale Reife.
Und nebenbei: Die Unterschiede zwischen den USA und Europa in Bezug auf Digitalisierung und digitale Geschäftsmodelle wurden selten so sichtbar wie damals.
Wozu eigentlich KI?
Was genau wollen Sie mit KI erreichen, wenn Ihre E‑Mails noch ausgedruckt werden?
In den 1990ern installierten viele Unternehmen sündhaft teure CMS-Systeme – nur um sie wie Word zu benutzen. Die Klügeren erkannten: Es ging nie ums Tool. Es ging um einen Paradigmenwechsel.
Ein Wendepunkt – wieder einmal
Wir stehen heute an einem ähnlichen Punkt wie damals – nur größer.
Und auch diesmal betrifft der Wandel das gesamte Unternehmen: Prozesse, Geschäftsmodelle, Produkte – alles, mit exponentieller Geschwindigkeit.
Drei Fragen, die sich jedem Unternehmen stellen:
1. Wie sieht unsere digitale Basis aus?
2. Wo sehen wir Chancen, die uns KI bringen könnte?
3. Welche Risiken birgt KI für unser Geschäftsmodell?